21. Juni 2007

Alternativkost gefällig?

Abgelegt unter: M.Wissenschaft — StR @ 22:48

Die Flut an Weblogs kann für den durchschnittlichen Internetnutzer schnell zum endlosen Informationsmeer ausufern. Abhängig vom gesuchten Thema wird man so gut wie immer fündig und kann sich beherzt durch die mehr oder weniger aussagekräftigen Inhalte allerleier Individuen klicken. Mehr Blogs und mehr Text erzeugen jedoch nicht zwangsläufig Erkenntnis, persönliche Bestätigung oder weshalb auch immer man sich auf die Datenautobahn begeben hat. Selbst der ziellos stöbernde Daten-Surfer wird bestätigen können, dass ein wirklich guter Blog eben nicht einfach entdeckt, sondern fortan auch regelmäßig besucht wird. Ein solcher, wenn auch subjektiv empfundener Volltreffer soll an dieser Stelle weiterempfohlen werden.

http://politblog.net ist ein waschechter Gemeinschaftsblog mit mehreren festen AutorInnen. Darüber hinaus ist es von Seiten der Administration erwünscht, die Themenvielfalt durch weitere Freiwillige auszubauen. Doch um was geht’s eigentlich?

Im Großen und Ganzen dreht es sich wie bei so vielen Weblogs um aktuelles Weltgeschehen. Der ungeduldige Leser wird fragen, „Wo ist der Haken, warum nicht zu regulären Nachrichten greifen?“, nichtsahnend, dass er den Haken bereits fest in den Händen hält. Die AutorInnen vom deutschsprachigen Politblog machen in einer Vielzahl ihrer Artikel eindrucksvoll deutlich, dass Nachricht nicht gleich Nachricht ist. Unter der Lupe betrachtet verliert die, immer wieder hochgehaltene journalistische Objektivität schnell ihren Glanz und wirft in bisher unbeachtetem Kontext völlig neue Fragen auf. Möglich wird diese Tiefenschärfe durch umfangreich recherchierte Hintergrundinformationen und einen gesunden Drang zur Wahrheitsfindung.

Man muss kein notorischer Skeptiker sein, um beispielsweise zu begreifen, dass eine öffentliche Meinung häufig richtungsweisend platziert werden muss um politische Entscheidungsprozesse voranzutreiben. Es erfordert jedoch ein komplexes Verständnis der täglichen Nachrichtenflut um Hintergründe und Ziele solcher Entscheidungen, ob vor der eigenen Haustür oder international, begreifen zu können. Zahlreiche von den Politbloggern verfasste Artikel zeichnen sich durch eben diese umfassende Betrachtung aus und versuchen aufzuklären, wenn ungenügend kritisch oder schlicht weg falsch von einschlägigen Nachrichtenschmieden berichtet wird. Die alternative Berichterstattung im Internet hat besonders durch Weblogs stark an Bedeutung gewonnen und Politblog.net ist auf dem besten Weg zu einem der wesentlichen Anlaufpunkte in diesem Netzwerk zu werden.

Aber nicht nur Administrator und AutorInnen gestalten den Blog. Eine stetig wachsende Zahl an Kommentatoren sorgt für abwechslungsreiche, zum Teil tiefgründige Diskussionen und einen lebendigen Erfahrungsaustausch. Zusätzliche Links, eingebundene Videos und Fotos innerhalb der Kommentare tragen zu einer wirklichen Ergänzung der Artikel bei.
Wenn unliebsame Informationen keinen Weg in gängigen Medien finden oder auch fundamentale Beschlüsse ohne notwendige öffentliche Diskussion abgesegnet werden, sollte die Frage nach dem Warum in einer aufgeklärten Gesellschaft keine Nebensächlichkeit sein. Politblog.net ist eine echte Alternative, wenn man ab und an hinter den täglichen Vorhang der Weltbühne blicken möchte.
(StR)

2 Kommentare »

  1. EinSupertip. Man braucht eine Weile diese Nachrichten zu begreifen doch Alles ist gut erarbeitet. http://politblog.net/, die oben aufgeführte Adresse ist übrigens falsch, eine echte Nachrichtenadresse und sollte kein Geheimtip sein. Danke an den Autor.

    Grüße von RoRa

    Kommentar von RoRa — 22. Juni 2007 @ 19:22

  2. Danke für das Lob. Es sollte an dieser Stelle gesagt sein, dass Steffen (der Autor) den Adressenfehler erkannt hatte, das aber nicht mehr in den fertigen Text hineinkorrigiert wurde. Peinlich, peinlich.

    Kommentar von Florian Schwarzer (FlS) — 22. Juni 2007 @ 22:02

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