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Die Frauenquote in Ilmenau ist wieder gesunken. Vor kurzem ging die 8. Internationale
Studentenwoche Ilmenau zu Ende, und mir ihr verließen auch die 354 Teilnehmer aus 70 Ländern, über 70% davon weiblich, nach und nach die kleine Universitätsstadt im Thüringer Wald.
Die Abschlussveranstaltung im Audimax der TU Ilmenau bot die Gelegenheit, die Woche Revue passieren zu lassen und einen letzten Eindruck über alle Teilnehmer, vergangene Veranstaltungen und die Atmosphäre zu bekommen. Gruppenarbeiten wurden vorgestellt, Präsentationen gehalten, Slideshows gezeigt und Liveeinlagen geboten. Der Hörsaal war fast komplett gefüllt, und das, obwohl einige Teilnehmer bereits die Heimreise angetreten hatten.
Die Theatergruppe konnte besonders die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie visualisierte in einer kleinen Einlage Begriffe wie Toleranz, Gleichheit, Hoffnung, Unabhängigkeit oder auch Wissen.
Für Lacher sorgte anschließend das ISWI-Motto „Time to Think“, welches die Teilnehmer durch Bildung von Buchstaben mit ihren Körpern in manchmal zweideutigen Posen darstellten. Das Publikum quittierte die Darbietung entsprechend mit einer Laola-Welle und sehr viel Applaus. Beifall gab es auch für die Musikgruppe, die neben Songs aus Weißrussland und Indonesien auch „Imagine“ von John Lennon und „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd spielten. Ein völlig frei improvisiertes Stück zeigte, dass Musik – egal, welcher Herkunft – eine Weltsprache ist und von jedem „gesprochen“ werden kann.
Eine weitere universelle Sprache stellten die Bilder dar. Jede Slideshow mit Impressionen von Ausflügen, Partys oder anderen Veranstaltungen brachte Rufe, Beifall und Lacher aus dem Publikum hervor, was den Eindruck einer großen Familie erweckte, die auf eine bewegende Woche zurückblickte.
Wie schon der durch die Veranstaltung führende Christian aus dem ISWI-Organisation-Team bemerkte, ging es in den zehn Tagen ISWI 2007 um mehr als nur ein Zertifikat, teilgenommen zu haben: um Toleranz, neue Freunde, den Abbau von Vorurteilen. In den zehn Tagen ISWI 2007 ging es um mehr als nur ein Zertifikat für die Teilnahme. Toleranz, neue Freunde und der Abbau von Vorurteilen waren wesentlich wichtiger.
Die Mottos der Workshop-Gruppen spiegelten wider, dass Teilnehmer trotz unterschiedlicher Herkunft und kulturellem Hintergrund dieselben Wünsche verband und sie das ISWI-Motto „Time to Think“ ernst genommen hatten: das Recht auf Bildung, Toleranz gegenüber anderen Religionen, globales Denken und lokales Handeln oder ethische Grundsätze - um nur einige zu nennen.
Eine schöne Geste gab es von den Gästen aus Georgien, Marokko und Tansania, die jeweils Geschenke an das Organisationsteam überreichten und sich für die Zeit in Ilmenau bedankten. Am Ende der Veranstaltung bewiesen auch die Afrikaner ein Mal mehr, dass sie Rhythmus im Blut haben, als sie zu Pianobegleitung auf der Bühne sangen und tanzten.
Zuvor waren noch alle Gruppen, Helfer und Hosts nacheinander auf die Bühne des Audimax gebeten worden, die dadurch völlig überfüllt, dafür aber sehr bunt und interkulturell aussah. Die Zeit zum Denken wurde von den Teilnehmern in den Workshops ausgiebig genutzt, folgerichtig brach mit Ende der ISWI auch die „Time to Act“, die Zeit, zu handeln, an. Mit diesen Gedanken ging es für die Teilnehmer dann Sonntag zurück in ihre Heimatländer, wo sie nun ihren Teil zur Völkerverständigung und Vorurteilabbau beitragen können.
(SeB)