Fast jeder kennt es. Fast jeder hat es. Manche haben auch zwei oder drei davon. Die Rede ist vom Mobiltelefon – kurz Handy. In diesem Jahr feiert es seinen fünfzehnten Geburtstag.
Obwohl das erste kommerzielle Mobiltelefon – das „Dynatac” von Motorola – bereits 1983 erschien, hatte es die Bezeichnung „handlich“ noch nicht verdient. Mit knapp 800 Gramm und 33 mal 4,5 mal 8,9 Zentimeter war es auch ein wenig umständlich in einer Jackentasche zu deponieren. Man konnte im Übrigen auch nur maximal eine Stunde telefonieren. Dann war die Batterie leer.
Mobiltelefone gibt es im Prinzip schon seit 1918. Damals experimentierte die Deutsche Bahn mit mobiler Kommunikation in ihren Zügen. Doch diese Technik war nicht massentauglich. Auch das 1958 entstandene „öffentlich bewegte Landfunknetz“, das A-Netz der Bundespost konnte sich nicht durchsetzen. Die Geräte für ein Autotelefon passten nur in den Kofferraum eines Wagens und waren – je nach Modell und Marke des Fahrzeugs – sogar teurer als das Auto selbst.
Anfang der siebziger Jahre kam in Deutschland das technisch fortschrittliche B-Netz auf den Markt. Telefongespräche mussten nun nicht mehr vermittelt werden. Auch Auslandsgespräche wurden möglich. Ab 1958 gab es in Deutschland das kleinzellige, analoge C-Netz. Es ermöglichte eine geringe Sendeleistung der Telefone und kleinere Geräte. Aber auch das reichte noch nicht aus.
Bis 1992 entwickelte sich ein moderner, digitaler Mobilfunkstandard namens Global Systems for Mobile Telecommunications, dessen Kürzel „GSM“ für den geflügelten Spruch „God send Mobiles“ sorgte. Doch es fehlten bezahlbare Geräte für den Konsumentenmarkt. Anfang Juni erhielten die ersten Hersteller ihre europaweite Zulassung und Ende des Monats verfügte Mannesmann (heute Vodafone) über die ersten tausend kommerziellen Mobiltelefone. Mit 2000 bis 3000 DM waren die immerhin schon ein Viertel billiger als damalige C-Netz Autotelefone. Das moderne Handy war geboren. Neue Funktionen ließen, im Gegensatz zu den Entwicklungen davor, nicht lange auf sich warten. 1995 wurde der Short Message Service (SMS) eingeführt.
Jahr für Jahr vollzieht die Handy-Technologie riesen Sprünge. Die Geräte werden kleiner und sind mit immer mehr Funktionen ausgestattet. Inwiefern das sinnvoll und gebrauchstauglich ist, bleibt dahin gestellt. Glaubt man den Herstellern, ist diese Entwicklung kein Trend, sondern ein langfristiges Umdenken. Es gibt natürlich auch Menschen, die nach wie vor das Handy nur in seiner ursprünglichen Form nutzen wollen – sprich telefonieren.
(ChB)