Harry Potter, abgekürzt HP. Was hat schon der hier verloren? Richtig – gar nichts. Aber die Einzigartigkeit des Phänomens Potter kann selbst von den Gegnern des Zauberlehrlings nicht geleugnet werden.
So übersteigt die Anzahl der Bände – sieben – die Standardlänge einer Fantasy-Reihe, nämlich drei Teile. Auch schafft fast keine dieser Trilogien es, ebenso viele Begeisterte zu gewinnen wie das Werk von J. K. Rowling. Harry hat sie zur Millionärin gemacht.

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Seit der Erscheinung des ersten Bandes im Juni 1997 beim Bloomsbury Verlag folgten fünf weitere. Und ab dem nächsten Donnerstag kann man sich im siebten Band am großen Finale auf Deutsch erfreuen. Für Potter-Fans freilich etwas, was man nicht verpassen darf. Ansonsten ist der Vergleich zwischen der Werbekampagne für die Fußball-WM 2006 und der für die EM 2008 in Schweiz und Österreich nicht mehr weit: Man muss nicht den englischen Band gelesen haben, um den Ausgang der Abenteuer der bebrillten Hogwartsschülers zu erfahren, denn die Informationsausbreitung erfolgte in diesem Falle mit unglaublicher Geschwindigkeit. Daran können uach die genialsten PR-Virtuosen nichts ändern: Die Leser kennen die Geschichte bereits.
Nicht so im Vorfeld des 21. Juli dieses Jahres, an dem man in Großbritannien, USA, Kanada, Australien und Neuseeland den letzten Band erwartete. Die Spannung stieg immer weiter an, es kursierten alle möglichen Theorien, ob eine der Hauptpersonen und vor allem Harry selbst sterben wird oder nicht. Wetten wurden abgeschlossen, die Fans beteten, dass HP ja nicht sterben möge, es liefen Abstimmungen über das Cover der deutschen Ausgabe. Die Bücher sollen in abgedunkelten Räumlichkeiten gedruckt worden sein. Gewisse Personen mit hackerischen Neigungen behaupteten, den Inhalt bereits zu kennen.
Was die einen begeistert, ist für die anderen ein Stein des Anstoßes. Von Anfang an verursachte der junge Potter hitzige Diskussionen. Von der kirchlichen Seite verständlicherweise abgelehnt mit der Begründung, Zauberei sei Teufelswerk. Manche sagen auch, es handele sich um eine typische Gut-Böse-Märchen, das ein verkehrtes Weltbild vermittele. Und sie haben oftmals recht, was die Schwarz-Weiß-Malerei anbelangt. Ein Märchen eben.
Der siebte Band ist erschienen: Also ein Abschied von Harry? Nicht unbedingt, denn es sind noch zwei Filme zu den Teilen sechs und sieben zu drehen. Das Medium Buch wird folglich in diesem Fall vom Medium Film abgelöst. Rowling hat also fertig, nach zehn Jahren mit Harry. Eine Umstellung? Gewiss. Einigen Quellen zufolge versucht sie sich an einem Krimi – nun, man darf gespannt sein.
Was man auch von HP hält: Rowling hat durch ihr eigenes Beispiel belegt, das man „nur“ ein Buch schreiben muss, das sich gut verkauft, um reich zu werden. Theoretisch könnte man es ihr nachtun.
(XeZ)