1. Oktober 2007

Ankündigung: Weltweite Blog-Aktion „Free-Burma“

Abgelegt unter: M.Blog — bluejax @ 01:55

Eine interessante Aktion haben sich Blogger aus verschiedenen Ländern für den 04. Oktober 2007 einfallen lassen. Aus Solidarität mit den Demonstranten und Aufständigen in Burma sind BoggerInnen weltweit dazu aufgerufen, am kommenden Donnerstag auf sämtliche Blog-Aktivitäten zu verzichten. Stattdessen soll nur ein einziges Bild veröffentlicht werden, das man aus einem eigens dafür eingerichteten Flickr-Pool aussuchen kann.

In Deutschland wird die Aktion von Robert Basic und seinem Basis-Thining-Blog koordiniert. Als verantwortlicher M.Blogger habe ich mich dazu entschlossen, mit dem M.Blog an dieser Aktion teilzunehmen und damit die friedliche Revolution gegen die Militär-Diktatur in Birma zu unterstützen!

Mehr Informationen gibt`s unter free-burma.org!

(bluejax)

3 Kommentare »

  1. Die Burma-Aktion ist verlogen, denn bis vor wenigen Tagen hat sich niemand für das Land interessiert. Wenn Farbige in Afrika in ungleich größeren Massen zusammengeschossen werden, interessiert das hier keine Sau.Anders ist das bei exotisch gewandeten Mönchen, die dazu noch die neue Schicki-Micki-Religion der Intellektuellen, den Buddhismus vertreten. Ich habe den Eindruck, die Blogger mißbrauchen die freiheitskämpfenden Burmesen, um ihre eigene Bedeutung als politische Aktivisten demonstrieren zu können. Und in eine solche Aktion klinke ich mich gern für eigene Interessen ein.

    Wer sich für Freiheit in Burma einsetzt, sollte auch über das demokratische Niveau in Deutschland nachdenken. Es werden bei uns nationale Aktivisten wegen Volksverhetzung ( §130 STGB) zu zum Teil mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der § 130 STGB ist der Kern der Demokratiegefährdung in Deutschland, da er die für eine Demokratie hoher Qualität nötige Meinungsfreudigkeit hierzulande behindert. Wer Angst hat, bei einem falschen Wort ins Gefängnis zu kommen, verzichtet gleich ganz aufs Reden. Ich würde mich freuen, wenn Blogger sich nicht nur für Freiheitsrechte im fernen Ausland einsetzen, sondern auch bei uns für eine möglichst umfassende Meinungsfreiheit eintreten.

    Kommentar von Thomas Kurbjuhn — 1. Oktober 2007 @ 05:20

  2. Hallo Thomas,

    selbstverständlich hast Du Recht, wenn du kritisierst, dass eine solche Aktion erst jetzt und nur im Falle Burma auf die Beine gestellt wird. Aber das ändert meiner Meinung nach nichts an dem guten Willen der dahinter steckt. Soll man nur aus diesem Grund, dass es bisher noch zu keiner ähnlichen weltweiten Aktion gekommen ist, darauf verzichten? Ist es nicht vielmehr ein kleines Zeichen dafür, dass die Blogosphäre möglicherweise drauf und dran ist, sich zunehmend zu politisieren und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben wahrnehmen?!

    Ich für meinen Teil sehe es als Chance, ein winzig kleines Zeichen der weltweiten Solidarität für Demokratie und gegen Unterdrückung zu setzen. Es wäre doch wirklich traurig, wenn man diese Möglichkeit nicht nutzen und sich stattdessen weitgehenst aus politischen Themen heraushalten würde.

    Ich sehe in der „Free Burma“-Aktion auch die Gelegenheit, die Möglichkeiten der Blogosphäre auszuloten. Sollte die Kampagne ein Erfolg sein, kann ich mir durchaus vorstellen, dass auch zu anderen Themen in Zukunft ähnliche Aktionen gestartet werden. Hoffentlich dann auch um auf die Verbrechen, die in Afrika oder auf anderen Kontinenten stattfinden, aufmerksam zu machen!

    Kommentar von bluejax — 1. Oktober 2007 @ 13:21

  3. Wie bekommen die Menschen in Burma von der Aktion mit?

    Da anscheinend alle Internetleitungen gekappt sind, aber auch der Telefonverkehr kontrolliert wird, gibt es einen anderen Weg. Achtung, Vorschlag, Idee: wir versuchen Kontakt mit dem Radiosender Democratic Voice of Burma aufzunehmen. Den können und den hören die Birmesen lt. meinen Infos. Wenn einer von Euch einen guten Draht zu denen hat: Reporter auch anwesend? Help! robert.basic@gmail.com

    Dieser Radiosender kann unsere Nachrichten, die wir explizit an die Birmesen richten, senden! Wir wissen es wie gesagt noch nicht, ob das klappt. Und in welchem genauen Rahmen. Aber, eine technische Idee haben wir auch schon, wie man den Workflow hinbekommen kann: DVB richtet einen eigenen Skype-User ein, der von uns Nachrichten empfangen kann. Diese werden übersetzt und gesendet. Kurze “Grüße”, keine langen. “Maier aus Germany drückt Euch die Daumen und wünscht Euch eine friedliche Lösung…”. Skype ist wohl die beste Lösung, da er im Gegensatz zu Twitter nicht zusammenbrechen wird bei Spitzenlast. Grüße? Nur Grüße? Ich kann mich als Kroate daran erinnern, dass es uns sehr viel bedeutet hat, dass viele Menschen da draußen zu Zeiten des Krieges “an uns” gedacht haben. Das alleine hat vielen unglaublich viel Kraft gegeben. Das Gefühl alleine zu sein, zerstört selbst die kleinsten Hoffnungen. Dem können wir beikommen, vielleicht.

    (Quelle: Basic Thinking)

    Kommentar von bluejax — 1. Oktober 2007 @ 15:45

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