
„Mein Zuhause - unsere Schweiz“. Sich sicher fühlen, frei und flexibel sein, mitbestimmen können. Den Traum vom demokratischen Staat hat sich die Schweizerische Volkspartei (SVP) auf die Fahnen geschrieben. Vor allem die innere Sicherheit ist ein Schwerpunkt ihres Parteiprogramms. Die Schweizer sollen geschützt werden vor Kriminalität und der sozialen „Verlotterung“ – verursacht von verbrecherischen Ausländern und den roten und grünen Parteien.

Foto: Johanna Braun, Daniela Eller
In ihrem Wahlkampf zum Bundesrat wirft die SVP mit Parolen um sich, die stark an die Zeit des Dritten Reiches und den Aufstieg der Nationalsozialisten erinnern. Zunächst werden Versprechen gegeben: Steuern zu senken, Arbeitsplätze zu erweitern, Sozialleistungen zu verbessern und die Verkehrsinfrastruktur auszubauen. Um dem Ziel der inneren Sicherheit Nachdruck zu verleihen, äußert sich die Partei offensichtlich fremdenfeindlich. Auf ihren Wahlplakaten werden Ausländer, die nicht in der „sauberen“ Schweiz erwünscht sind, als schwarze Schafe dargestellt und von den weißen Schafen – den Schweizern – mit einem Huftritt vertrieben. Doch 28,8 Prozent der Bürger scheint diese provokante Innenpolitik nicht auf den Magen zu schlagen. In einem Leserbrief an die „Neue Luzerner Zeitung“ heißt es sogar: „Statt ein schwarzes Schaf hätte ich z. B. lieber eine Zecke, Laus oder Wanze gesehen“. Die SVP gewinnt ihre Stimmen nicht zuletzt durch eine agressive PR-Arbeit in sämtlichen Medien. Ihr gut strukturierter Internetauftritt ist nur ein Bestandteil der Strategie. Sie erreicht ihre Wähler außerdem über Newsletter, SMS-Services, Diskussionsforen, diverse Werbeartikel und die monatlich erscheinende Zeitung „SVP Klartext – Zeitung des Mittelstandes“. Bleibt die Frage: Wollen die Schweizer das „totale“ Zuhause?
Johanna Braun, Daniela Eller