
Das Medien-Festival bietet 2008 viel Neues und Altbewährtes
Kamera läuft. Film ab. Im Frühjahr heißt es für Kinder Konzentration, Kritik und vor allem Spaß im Kinosaal: Der Goldene Spatz wird wieder verliehen. Dieses Jahr mit einigen Änderungen im Drehbuch.
Der Preis kommt vom 20. bis 26. April erstmals unter dem Titel „Deutsches Kinder-Medien-Festival GOLDENER SPATZ: Kino-TV-Online“ und nicht im üblichen Zwei-Jahres-Rhythmus daher. So schnell sich die Medienlandschaft ändert, so aktuell greift das Festival nun einmal jährlich auf, was über Bildschirme und Leinwände flimmert. Kurz und knackig verspricht die Woche beste Unterhaltung sowie den etwas anderen Unterricht – nicht nur für Kinder von neun bis 13 Jahren.
Der erste Teil der Veranstaltung findet in Gera statt. Hier haben Kinder die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Eltern Computerspiele zu testen, sich von Kinderbuchautoren etwas erzählen zu lassen und selbst zu lernen, wie Musik einen Film zum Erlebnis macht. Als besonderes Highlight steht dieses Jahr eine spektakuläre Stuntshow auf dem Programm, die einen exklusiven Blick hinter die Kulissen gewährt. Spezielle Workshops für Pädagogen und Fachleute bieten Tipps zum praktischen Umgang mit audiovisuellen Medien. Wie empfinden Kinder Filme und Fernsehsendungen? Wie kann man das Internet sicher und lehrreich als Unterrichtsmaterial einsetzen? Welche Perspektiven bietet uns die Medienentwicklung?
Eine weitere Neuerung ist die Kooperation mit dem „Thüringer Mediensymposium“, das am 23. und 24. April in Erfurt stattfindet. Verknüpft mit dem zweiten Teil des Festivals in der Landeshauptstadt soll diese Zusammenarbeit einen Mehrwert für das Fachpublikum darstellen. Außerdem wollen die Veranstalter des Symposiums und die Deutsche Kindermedienstiftung Goldener Spatz Weiterentwicklungen für Thüringen als Kindermedienland nutzbar machen.
Die Besucher des Festivals können sich bis zum 26. April in die Erfurter Kinositze sinken lassen und viele andere Angebote genießen.
Für Film- und Fernsheleute stehen informative Fachveranstaltungen auf dem Programm, aber auch der Filmmarkt Pro Junior, der die „kleinen“ Produktionen der Branche vorstellt.
Ergänzend zum Wettbewerb „GOLDENER SPATZ“ zeigt das Informationsprogramm weitere Spielfilme für Kinder, Jugendfilme sowie die „Ausgrabung eines in Vergessenheit geratenen Titels“, so Geschäftsführerin und Festivalleiterin Margret Albers. Gute Filme der Vergangenheit sollen nicht im medialen Fortschritt untergehen und werden den Zuschauern deshalb in Erinnerung gerufen.
Um zukünftige Klassiker im Jugendfilmgeschäft ausfindig zu machen, wird an Kinder appelliert, ihr Lieblingsprogramm auszuzeichnen.
Als Mitglieder einer bundesweiten Jury wählen sie die besten Beiträge aus und vergeben die begehrten gelben Vögel in sechs Kategorien: Minis (maximal drei Minuten Filmlänge), Kino- und Fernsehfilm, Kurzspielfilm/Serie, Animation, Information/Dokumentation sowie Unterhaltung. Außerdem wird der beste Moderator oder Darsteller gekürt. Nach einer Spontanbewertung im Schulnotensystem und täglichen Gesprächen werden die Filme in einer großen Gruppendiskussion ausgewertet.
Seit 2001 werden Webseiten und seit 2007 Onlinespiele mit in die Bewertung aufgenommen. Zwei Onlinejurys bewerten die Nutzerfreundlichkeit und das ansprechende Aussehen der besten Homepage für Kinder sowie das Lernangebot und die praktische Umsetzung des besten Spiels.
Die Meinung der Kinder ist unmittelbar und gerecht, egal ob erfolgreiche Produktionsfirmen oder unbekannte Neulinge um die Gunst der Jury buhlen. Margret Albers beschreibt die jungen Preisrichter als „aufrichtigste Jury, die man sich wünschen kann“.
Trotz allem wird auf die Beurteilung erfahrener Juroren nicht verzichtet. Für die Verleihung zweier weiterer Preise sind drei Mitglieder des MDR-Rundfunkrates sowie drei Filmleute bzw. Wissenschaftler gefragt – sie bestimmen das beste Vorschulprogramm und das beste Drehbuch.
Dieses Jahr stehen sich 39 von 191 Einreichungen im Wettbewerb gegenüber, aus denen es auszuwählen gilt. Aus dem ersten Filtern der eingesandten Film- und Fernsehbeiträge wird klar, dass das Angebot niveauvoll und sehr vielfältig ist. Thematische Tendenzen sind aber erkennbar: Waisenkinder, vergessene Geburtstage und fremde Kulturen haben es den Drehbuchautoren besonders angetan.
Nun liegt es an den harten aber herzlichen Juroren, welche Produktionen als Preisträger aus dem Rennen hervorgehen und somit den Titel „Goldener Spatz“ verdienen.
Bis Festivalbeginn ist noch einiges zu tun und so lange heißt es nach Margret Albers: „wachen Blickes durch die Landschaft gehen“ und mögliche Weiterentwicklungen im Filmgeschäft im Auge behalten, denn das nächste Festival kommt bestimmt. Für das nächste Jahr stehen besondere Vorbereitungen an: Der Goldene Spatz wird 30 und lädt zur Geburtstagsfeier ein!
(DaE)