
Die Lehrerin Barbara Kerschner erzählt von ihrer Geschichte. Ein banaler Ausrutscher ist der Beginn einer abstrusen Pechsträhne. Sie verliert ihren rechten Unterschenkel und das Gefühl im linken Bein und erhält im Gegenzug einen Rollstuhl auf Lebenszeit. Was nicht heißt, dass sie das Glück verlässt.
Daniela Eller: Wann haben Sie wirklich realisiert, dass es nicht nur ein „Beinbruch“ ist?
Barbara Kerschner: Etwa ein Jahr nach dem Unfall. Der Heilungsprozess hatte zwar eingesetzt, aber es kam immer irgendwas dazwischen. Im Oktober ´92 wurde das erste Mal amputiert und im Februar ´93 bin ich schon wieder Ski gefahren, mit der Prothese. Die Muskulatur hat sich zurückgebildet und es musste nachamputiert werden. Da fing das Dilemma an. Ich hab eine Überdosis Schmerzmittel bekommen, die zur Lähmung des linken Beins führte, was unfallmäßig überhaupt nicht geschädigt war.
DE: Reden wir von Ärztepfusch?
BK: (Nickt) Ja. Die Ärzte sagen natürlich: „Eine Verkettung unglücklicher Umstände“…
DE: Haben Sie je daran gedacht, die behandelnden Ärzte zu verklagen?
BK: Ja. Aber nach Unterhaltungen mit meinem Rechtsanwalt hab ich mich dagegen entschieden. Ich habe drei Bücher geschrieben und damit im Endeffekt mehr für mich getan, als wenn ich mich jahrelang einem solchen Prozess ausgesetzt hätte. In Amerika wär ich jetzt bestimmt Millionär … (lacht)
DE: Die Langzeitschäden des Unfalls machen Sie zu einer „körperlich Behinderten“. Haben Sie diesen Begriff von Beginn an akzeptiert?
BK: Am Anfang konnte ich damit überhaupt nicht umgehen. Wenn mich jemand so angesprochen hat, hab ich immer gesagt: „Ich bin nicht behindert und ich bin auch nicht krank, ich bin nur kaputt!“.
DE: Was war die schlimmste Reaktion auf Ihre Behinderung, die Ihnen wiederfahren ist?
BK: Ich wollte in eine Reha-Klinik in Oberbayern, Ich schicke meine Unterlagen dorthin und bekomme einen Brief, in dem steht, dass ich meine Reha aufgrund dessen, dass ich im Rollstuhl bin, nicht machen darf. Abgelehnt!
In dem Brief steht, ich möchte mich doch bitte um eine andere Klinik bemühen. Ich hab aber nicht locker gelassen, bis ich mitgekriegt habe, dass dort Herr Schäuble, Wolfgang Vierek und die Schumacher Brüder ihre Rehas machen. Und da passe ich ja als Frau Kerschner aus Suhl nicht an den Tisch der illustren Gesellschaft.
DE: Sie leben nach dem Motto: „No risk, no fun“ – Welches Risiko würden Sie gern eingehen?
BK: Ich gehe jedes Risiko ein, frag eigentlich nie, kann´s schief gehen oder kann´s nicht schief gehen? Ich sag mir immer, erst probierst du es und wenn es nicht geht, kannst du immernoch umdrehen. Ich gehe bewusst Risiken ein. Wenn ich das nicht mache, erlebe ich nichts, Was wäre mir zum Beispiel entgangen, wenn ich nicht wieder angefangen hätte als Lehrerin zu arbeiten …
DE: Mit Ihrem Mut werden Sie noch viele solcher Risiken eingehen können. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg und bedanke mich für das Interview!
Das Interview führte Daniela Eller.
ich habe die ersten 2 bücher gelesen, wie komme ich an das 3.???????????
es ist beeindruckend was mit eisernem willen und optimismus zu schaffen ist.
weiterhin viel glück.
katrin
Kommentar von Dudek Katrin — 11. Mai 2009 @ 16:27
Hey!
Die Homepage von Frau Kerschner ist www.barbara-kerschner.de. Dort einfach auf das dritte Buch klicken und dann kann man das Buch per Mail bestellen.
Liebe Grüße, Dani
Kommentar von Daniela Eller — 1. Juni 2009 @ 11:12