3. Juli 2008

Medienforum Ilmenau 2008: Gnadenfrist für Couchpotatoes

Abgelegt unter: M.Events — M.Press @ 17:11

Das Internet hat es möglich gemacht: Nutzerinnen und Nutzer stellen sich ihr persönliches Medien-Menü ganz nach eigenen Wünschen zusammen. Die Lieblingsserie steht online bereit – und die aktuellsten Nachrichten sowieso. Wer richtet sich da noch nach Sendezeiten? Wer wartet noch bis die Meldungen am nächsten Morgen mit der Tageszeitung im Briefkasten landen?

Die „Individualisierte Nutzung der Medien“ war Thema des Medienforum Ilmenau 2008 an der Technischen Universität Ilmenau. In der Eröffnungsrede betonte Schirmherr Gerold Wucherpfennig, Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Medien, die große Wirkungskraft der Medien und stimmte die Teilnehmer zusammen mit Universitätsrektor Prof. Peter Scharff auf die Veranstaltung ein.

Welcher Platz den Massenmedien angesichts der zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet bleibt, war Gegenstand einer Podiumsdiskussion mit den Gästen Professorin Karola Wille (Juristische Direktorin Mitteldeutscher Rundfunk), Dr. Marcus Englert (Vorstandsmitglied ProSiebenSat1 Media AG), Jürgen Kuri (stellvertretender Chefredakteur c’t heise) und Thomas Bathelt (Partner der Agentur mediaplus). Das Ergebnis der Diskussion vor etwa 400 Zuschauern: Die klassischen Massenmedien werden weiterhin Bestand haben. Gnadenfrist also für Couchpotatos – der TV-Bildschirm wird vorerst nicht schwarz werden. Daneben erwarten die Podiumsdiskussionsteilnehmer einen großen Umbruch in Richtung mobiler Mediennutzung, wobei individuelle Nutzungsgewohnheiten für die weitere Entwicklung genauso entscheidend sein werden wie neue Technologien und Geschäftsmodelle.

In der von Tagesschau-Moderator Dr. Claus-Erich Boetzkes geleiteten Gesprächsrunde wurde insgesamt deutlich, dass die Frage nach der Zukunft der Medien nie allein eine technische oder wirtschaftliche ist. Gute Nachrichten also für die Medienstudierenden der TU, in deren Ausbildung medienwirtschaftliche, medientechnologische und medien-/ kommunikationswissenschaftliche Elemente allesamt fester Bestandteil sind.

Dieser interdisziplinäre Aspekt wurde gleichfalls im wissenschaftlichen Kolloquium mit 19 Beiträgen aus den drei genannten Bereichen betont. Wissenschaftler der TU Ilmenau sowie von anderen Universitäten stellten ihre aktuellen Forschungstätigkeiten vor. Differenziert und interdisziplinär wurde über die Wirkung der Medien, technologische Herausforderungen und ökonomische Erfordernisse vorgetragen und angeregt diskutiert. Das mit mehr als 200 Besuchern besuchte Kolloquium wurde flankiert durch eine Foyerausstellung mit im Bereich Medien tätigen studentischen Vereinen.

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